2018 TRANSKULTURALE

TRANSKULTURALE

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Die Ausstellung TRANSKULTURALE behandelt zeitgenössisch-philosophische Fragestellungen in der Kunst und die komplexen Lebensrealitäten von Künstlerinnen und Künstlern, die sich in ihrer Arbeit zwischen China und Deutschland bewe-gen. Alle teilnehmenden Künstlerinnen und Künstler zeichnen sich durch eine Auseinandersetzung mit Kultur, kultureller Prä-gung und Transkulturalität aus, welche nicht ausschließlich im künstlerischen Interesse, sondern ebenso in der Vita der Künst-lerinnen und Künstler angelegt ist. Das Betrachten aus der Ferne, welches langlebigen Exotismen Vorschub leistete, relativiert sich durch die gemeinsame Lebensrealität. Die gezeigten künstlerischen Positionen stehen für ein geteiltes und gemeinsames Kunstverständnis und -interesse.

Das Kulturverständnis nach Herder basiert auf der Annahme, dass Kulturen sich jeweils als in sich geschlossene Kugeln manifestieren, die sich stets nur an- oder abstoßen können, sich aber nicht vermischen, vermengen oder überlappen. Die Transkulturelle Theorie betrachtet Kulturen als sich wandelnde, gegenseitig bedingende und fluide Konstrukte, die in stetigem Austausch miteinander stehen und standen. Zeitgenössische Kunst aus China wird häufig in einem gesonderten Rahmen gezeigt, um das Andersartige herauszustreichen. Sowohl Sowohl Künstlerinnen und Künstler, als auch der Kunstmarkt kokettieren mit diesem alten und umso langlebigeren Exotismus.
Die Ausstellung TRANSKULTURALE zeigt verschiedene Verknüpfungen und Verflechtungen zwischen China und Deutschland und wie in der zeitgenössischen Kunst ganz selbstverständlich auf eine globale Kunstgeschichte Bezug genommen wird. Verwobene kulturelle Identitäten und fließende Grenzen werden anhand von einzelnen Kunstwerken sichtbar und gemeinsame kunsttheoretische Tendenzen werden diskursiv herausgestellt. Einflüsse aus China und Deutschland verschmelzen ganz natürlich zu einem geteilten kulturellen Gefüge, das die lineare Kunstgeschichtsschreibung ablöst.

Alice Dittmar setzt sich im Leben wie in der Kunst mit Grenzüberschreitung auseinander und interessiert sich für die grauen Schattierungen des Daseins. Durch zahlreiche Aufenthalte in China ist insbesondere das chinesische Reispapier als „Cultural Carrier“ fester Bestandteil ihrer Kunst geworden. He Xiangyu ist ein aufstrebender Repräsentant der zeitgenössischen Konzeptkunst, der vor drei Jahren sein Atelier von Beijing nach Berlin verlegte. In einem neuen Werkzyklus geht er künstlerisch-wissenschaftlich der Frage nach der kulturellen Flexibilität von Symbolen nach. Echo Ho ist in China geboren und lebt und arbeitet seit vielen Jahren in Köln. In ihrer Arbeit als Multimediakünstlerin und Musikerin interessiert sie sich in besonderem Maße für Fragen der kulturellen Identität.
Stefanie Schweiger ist Fotografin und hält sich immer wieder für längere Zeit in China auf. Für ein dokumentarisches Projekt begleitete sie Künstlerinnen und Künstler in Beijing durch den Alltag. Ihre Fotos geben den Blick frei auf persönliche Lebenswelten und zeigen gleichzeitig eine Herangehensweise fernab eines exotisierenden Blickes.

Text von Nora Gantert
(Kuratorin und Kunstbereichsleiterin Kunstraum Konfuziusinstitut Nürnberg Erlangen)

„TRANSKULTURALE – Künstlerische Praxis zwischen China und Deutschland“ bildet den Auftakt der Ausstellungstätigkeit im neuen Kunstraum des Konfuzius-Instituts Nürnberg-Erlangen. Die Ausstellung versteht sich als Vorwort und inhaltliche Heranführung an den Fokus der Kunstarbeit des Instituts und zu zukünftigen Ausstellungen.

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